Thomas Preißler in Namibia. Foto: privat

 

Thomas Preißler, Trainer der Löwen-Fußballschule, verbrachte sechs Monate in Namibia. Neben Deutschunterricht in einer Schule trainierte er auch mit Kindern aus einem Township. Die Löwen-Fußballschule unterstütze ihn dabei mit Bällen und Trainings-Materialien. Über seine Erfahrungen berichtet in diesem Interview.

Löwen-Fußballschule
Servus Thomas, schön dass du nach sechs Monaten wieder zurück bist. Was hatte dich nach Namibia verschlagen?

Thomas
Ich studiere Deutsch und Sport auf Lehramt und wollte meine Zeit zwischen Examen und Referendariat sinnvoll nutzen. Da ich mich gerne sozial engagiere, bot sich der halbjährige Aufenthalt in Namibia perfekt an.

Löwen-Fußballschule
Wie waren deine ersten Eindrücke dort?

Thomas
Als ich in Swakopmund angekommen bin, spürte man den deutschen Einfluss aus der Koloniezeit. Der Stadtkern war von deutschen Einrichtungen, wie Bäckerei, Oberschule und anderem geprägt. Auch in der Architektur fand man immer wieder diesen Einfluss.

Löwen-Fußballschule
Was hast du in Swakopmund gemacht? Was waren deine Aufgaben?

Thomas
Meine eigentliche Aufgabe bestand darin, an der dortigen High School Deutsch zu unterrichten. Zusätzlich habe ich zusammen mit meinem Freund Maximilian Lutz zweimal wöchentlich im nahe gelegenen Township ein Freizeit-Fußballtraining organisiert und durchgeführt.

Löwen-Fußballschule
Wie wirkte das Township auf dich?

Thomas
Erstmal ist zu sagen, dass das Township ein starker Gegensatz zum Stadtkern ist. Man kann sich das dort genau so vorstellen, wie auf Bildern, die manchmal bei uns im TV gezeigt werden: Kleine Wellblechhütten, weder Wasser noch Strom, harter Sandboden.

Löwen-Fußballschule
Wie konnte dort überhaupt ein Fußball-Training stattfinden?

Thomas
Grundsätzlich ganz einfach, wir hatten eine brach liegende Fläche zwischen den kleinen Hütten, die wir als Spielfeld nutzten. Die Rahmenbedingungen waren natürlich anders, als man es aus Deutschland und vor allem vom TSV 1860 gewohnt ist. Statt Rasen gab es harten unebenen Sandboden und als Tore dienten zwei Eisengestelle, die aber normalen Fußballtoren sehr ähnlich sahen.

Löwen-Fußballschule
Wer hat alles an dem Training teilgenommen?

Thomas
Das waren alles Jungs zwischen fünf und sechzehn Jahren aus dem Township. Am ersten Tag waren es ca. 15 Teilnehmer. Nachdem sich das Angebot herumgesprochen hatte, waren es eine Woche später schon rund 60 Kinder. Diese waren fortan die kompletten sechs Monate mit dabei.

Löwen-Fußballschule
Hattet ihr überhaupt Materialien zum Trainieren?

Thomas
Ja, ich habe von der Löwen-Fußballschule Fußbälle bekommen, die ich aus Deutschland mitgenommen habe. Außerdem gab mir die LöFu auch weitere Trainingsmaterialen mit, wie Leibchen und Hütchen. Jeder von den kleineren Teilnehmern bekam sogar eine Löwen-Trainingsjacke zum Abschied. Da war die Freude riesengroß, das war natürlich ein Highlight für die Jungs.

Thomas Preißler in Namibia. Foto: privat

Thomas Preißler in Namibia. Foto: privat


Teil 2 des Interviews: „Egal woher und aus welchen Verhältnissen sie kommen, Kinder sind Kinder“ folgt am kommenden Freitag.

Ausrüster

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